Für alle Absolventen des
Friedrich Wöhler Gymnasiums in Singen
Abiturjahrgang 1980

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<Adressliste (Stand 10/2015)>

 

Klassentreffen am 17.10.2015 in Radolfzell

 

Hm, das Alter passt, aber wer ist denn nun wer diesem Grüppchen auf dem Mettnau-Parkplatz in Radolfzell? Bevor es zu peinlich wird, rasch mal hinter dem Rücken eine vertraute Person um Hilfestellung bitten – oder ganz mutig die Unkenntnis zugeben und direkt fragen. In jedem Fall viel Hallo und Lachen und als dann laut Anmeldungen alle da sind, geht`s gemeinsam los zum Yachtclub-Restaurant Vela, richtig schön gelegen mit heimeligem Nebenzimmer. Aber eigentlich haben wir ja nur Augen und Ohren füreinander, so viel gibt es zu fragen. Als sich die Wanderlustigen endlich zum Spaziergang gen –Turm aufmachen, setzt ein leiser Nieselregen ein, der sich bis zum Turm zu einem passablen Landregen mausert. Nur einer scheint es immer noch nicht nass genug zu sein: sie stürzt sich in den Bodensee – na ja, typisch für die uns begleitende Golden Retriever-Hündin.

Kaum ein Dutzend hat die schöne Strecke komplett absolviert und ist erst gegen halb acht im Restaurant Rubin des Hotels Bora eingetroffen und dort mit großem Hallo begrüßt worden. Das für uns zuständige Personal fragte mit Seitenblick auf die Triefnassen und eher rustikal Gekleideten leicht irritiert: „Das ist doch das angemeldete Rechtsanwalt-Treffen?“ Was wohl daran lag, dass unsere Rechtsanwältin Regina von ihrem Büro aus gebucht hat.

Bis alle mit ihrem Menü durch waren und immer wieder die Plätze getauscht hatten, war es weit nach 22 Uhr. Die meisten zügelten dann noch zwei Stockwerke höher in die Skylounge mit tollem Seeblick - war nachts natürlich nur zu erahnen. Aber auch hier hatten wir ja eh nur Augen und Ohren füreinander. Gegen Mitternacht waren dann aber so ziemlich alle auf dem Heimweg, wobei sich erfreulich für Umwelt und Kommunikation auch einige Fahrgemeinschaften bildeten.

Interessant bei diesen Treffen ist neben den rein optischen Veränderungen – etwa mehr graue Haare – auch der Wandel bei den Gesprächsthemen. Tauschte man sich vor 20 Jahren noch über Kindergarten, Grundschule und dergleichen aus, stand vor 10 Jahren Berufliches und Ideelles im Mittelpunkt und jetzt hörte man verstärkt Begriffe wie Berufswahl der Kinder, Frührente, Alterswohnsitz und immer auch Elternbetreuung, deren Krankheiten oder Tod. Der Austausch über die besten Rollatoren lässt aber hoffentlich noch ein paar Klassentreffen auf sich warten.

Es sind alle über 54 – wir haben nun in Radolfzell sogar mal darüber nachgedacht, wer im Abi-Jahrgang Ältester/Jüngster war und kamen auf Joachim (1958) und Roland (Juni 1960) – bitte meldet, falls jemand mehr oder weniger an Jahren bzw. Monaten bieten kann. Zurück zu den optischen Veränderungen: einige haben doch mächtig Haare gelassen, aber die alte Verbundenheit aus Schulzeiten sieht nicht nur darüber hinweg, sie steht auch hilfreich zur Seite – etwa Rebecca, die Andy großzügig ihre Haarpracht lieh.

Wie Ulrike, Andy, Lutz und Bernd in ihren Mails nach dem Treffen zum Ausdruck brachten: so ein Wiedersehen dürfte länger dauern und/oder öfter stattfinden. Nach dem Muster des vier Mal im Jahr stattfindenden Berliner Abi80-Stammtisches kam die Idee auf, so etwas auch für den Raum Singen in Angriff zu nehmen – gespannt, ob und wer von denen, die in der Region wohnen, das in die Hand nimmt und ins Laufen bringt. Auch der berechtigte Einwand von Thomas Kiefer und Bernhard Kirchner, dass der Termin dieses Mal zu kurzfristig ermittelt wurde und deren Vorschlag, sich deshalb besser erst 2016 zu treffen, wurde in gewisser Weise in Radolfzell aufgegriffen: Andy bot in einer netten Ansprache an, dass wir uns im Frühsommer 2016 bei ihm treffen könnten, inzwischen steht auch schon der Termin für dieses zusätzliche Zwischendurchtreffen fest: 18. Juni 2016 in der Nähe von München. Ansonsten wurde das durch Michael Burkart von den Berlinern überbrachte Angebot begeistert aufgenommen: der Berliner Stammtisch wird 2020 das Klassentreffen im Raum Singen organisieren. Bernhard Kirchner steht als Garant dafür, dass der Termin dann schon 2019 festgelegt wird.

Leider haben wir es diesmal versäumt, ein Gruppenfoto aller Anwesenden zu machen, aber die von Roland gesammelten Bilder diverser Fotozulieferer geben auch so einen lebendigen Eindruck von der herzlichen Runde. Als Berichterstatter erlaube ich mir noch eine persönliche Beobachtung: ein ganz besonderes Geschenk ist, dass sich in dieser Runde niemand beweisen, darstellen oder gar etwas Besonderes sein muss. Wir schätzen uns als ehemalige Leidensgenossen, die einen gangbaren Weg gefunden haben und ihre Erfahrungen berichten oder auch nur die anderer anhören. Nein, wir sind in dem Alter, wo es echt nicht zählt, wer welches Auto, welches Domizil oder welche Beziehungen hat. Es ging in Radolfzell eindeutig um Gedanken, Erkenntnisse, Erinnerungen und einfach nur gemeinsames Lachen – und das dank Reinhards Vorarbeit und Reginas Durchführung in entspanntem Ambiente.

-Helga Buchter-Weisbrodt-